Wundversorgung bei Skatern. Schürfwunden, etc.

Logo Rotes KreuzEs gehört nicht zum Skateralltag – aber es kommt vor. Bei Skatenights, bei Touren und vor allem bei Rennen: ein Loch taucht auf, ein Bitumenstreifen bremst unbarmherzig aus. Die Folge: Sturz. Meist verhindern die Schoner das Gröbste, aber insbesondere an den Unterschenkeln oder im Schulterbereich entstehen auch häufig Schürfwunden. Nicht fachgerecht behandelt, sind sie meist noch lange zu sehen. Unserer Erfahrung nach gibt es eine Methode,  wie Schürfwunden so versorgt werden, dass sie keine oder nur minimale Spuren hinterlassen. Das Rezept ist einfach: die Wunde verheilt sauber unter Luftabschluss (Okklusion).

Gleich zu Beginn sei gesagt: hier geht es um eher große Schürfwunden, beim kleinen Kratzer am Knie wenn der Schoner doch mal aus war ist Desinfektion und anschließende Lufttrocknung weiterhin das Beste. Für großflächigere Schürfwunden (2cm oder mehr) beachtet bitte folgende Schritte für einen so genannten Okklusivverband. Das ist ein dicht abschließender und abdeckender Verband mit Kunststoff-Folie, der bei Hauterkrankungen verwendet wird und die Aufnahme der auf die Haut aufgetragenen Wirkstoffe verbessert.

Fremdkörper müssen aus der Wunde entfernt werden

Zunächst muss jede Schürfwunde mechanisch gereinigt werden. Fremdkörper, wie zum Beispiel Steinchen und Asphaltstückchen, müssen aus der Wunde entfernt werden. Das geschieht am besten direkt nach dem Sturz, spätestens aber ein-zwei Stunden später. Gröberen Schmutz wäscht man mit Wasser aus. Wenn die ausführliche Wundversorgung nicht gleich erfolgen kann, muss die Wunde auch desinfiziert werden. Beim Reinigen hilft ein Mulltupfer oder ein vorab desinfiziertes Wattestäbchen. Wenn der Schmutz tief sitzt sollte eine sterile Bürste mit abgerundeten Borsten zum Einsatz kommen.

Vorbereitungen

Wer sich um Wunden kümmert will dabei nicht immer wieder aufstehen müssen. Daher sollten folgende Hilfsmittel bereit liegen. Und weil man vorzugsweise sonntags oder zu anderen Zeitpunkten stürzt wenn Apotheken geschlossen haben, gehören diese Hilfsmittel in jeden Skater-Haushalt und sollten langfristig vorbestellt werden.

    • Wattestäbchen zur Aufbringung der Desinfektionslösung
    • Wasserstoffperoxidlösung (3%) zur Desinfektion und Vorbehandlung
  • Polysept Wundsalbe
  • ausreichend sterile Kompressen
  • Fixomull transparent. Zuschneidbarer, luftdichter Wundverschluss

Desinfektion

Bevor es los geht: Hände waschen. Wenn ihr jemand anderen versorgt zieht Handschuhe an.

Nun kann es losgehen. Insbesondere wenn die Wunde schon wieder eine Weile offen war, muss unbedingt noch desinfiziert werden. Besonders bei einem Okklusivverband ist Desinfektion wichtig, da sich unter dem dichten Pflaster Bakterien sonst besonders gut vermehren können. Dazu am besten ein Ohrenstäbchen in die Wasserstoffperoxid Lösung eintauchen und es von der Mitte her über die Wunde rollen. Zwischendrin gelegentlich erneut eintauchen bzw. die andere Seite oder ein neues Stäbchen verwenden. Das Wasserstoffperoxid kann aber auch großzügig über die Wunde gekippt werden. Der Desinfektionseffekt wird durch einen weißen Film sichtbar. Wie bei jeder Desinfektion kann es bei diesem Vorgang durchaus mal zwicken.

Wundheilsalbe auftragen

Hier kommt nun die Polysept Salbe zum Einsatz. Polysept ist ein bewährtes Antiseptikum, das sowohl auch von medizinischen Laien bei kleineren Wunden zur Abwehr von Keimen angewendet werden kann. Der Wirkstoff der Polysept Salbe ist Povidon-Jod. Das Jod, welches auf der Haut abgespalten wird. dämmt das Keimwachstum auf der Haut ein und tötet Krankheitserreger ab.

Die Salbe mit dem Finger dünn über die komplette Wunde auftragen.

Wunde abdecken

Wenn die Wunde komplett desinfiziert und antiseptisch behandelt ist kann sie gefahrlos verschlossen werden. Dazu zunächst die Wunde komplett mit sterilen Kompressen abdecken. Auffalten ist natürlich möglich, das Polster muss nicht zu dick sein.

Wunde verschließen

Unter Luftabschluss heilen Wunden besser und sauberer ab. Um dies zu erreichen Fixomull transparent großzügig abschneiden und mit mindestens 2 cm Rand an jeder Seite über die Wunde kleben. Fixomull transparent eignet sich zur wasserdichten vollflächigen Fixierung von Wundauflagen, auch im Bereich von Gelenken. Zum Aufkleben erst die Karofolie abziehen und die Seite über die Kompressen kleben, danach die andere Plastikfolie abziehen. Zurück bleibt ein dünnes, luft- und wasser dichtes Pflaster. Gerade an beweglichen Körperteilen wie z.B. Ellbogen ist ein Verschluss an einem Stück oft nicht möglich. Hier ist Kreativität gefragt. Material zu sparen ist hingegen nicht sinnvoll. Der keimdichte Folienverband schützt Wunden vor Schmutz und Infektionen durch externe Erreger.

Wunde verschlossen lassen

Im Idealfall bleibt die Wunde mehrere Tage verschlossen. Bei flachen Wunden können vier Tage für eine komplette Heilung ausreichen. Bei tieferen Wunden dauert es länger. Aus diesem Grund – und weil sich der Verschluss lösen kann, empfiehlt es sich, die Wunde zu kontrollieren und neu zu versorgen. Das bedeutet: erneut desinfizieren , eine neue Lage Polysept auftragen und dann Kompressen sowie Fixomull transparent aufzubringen.

Wir hoffen, dass ihr diese Tipps möglichst selten braucht. Weil man das aber nie so recht wissen kann wann doch eine Wunde zu behandeln ist, empfehlen wir, sich vorsorglich schon einmal auszustatten.

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